Hey, heute ist wieder einer der verdammten Tage…

die ich kaum ertrage und mich ständig frage warum mich all diese Gefühle plagen…? Die Einstiegszeile von Fanta 4’s Song „Sie ist weg“ passt gerade hervorragend zu meiner Stimmung inmitten eines Down-Days in Zeiten von Corona. Es gibt natürlich im Leben eines jeden auch ohne Corona Tage, an denen man sich irgendwie aus der Welt gefallen fühlt. Gerade nimmt man sie irgendwie noch bewusster wahr als sonst. Ein Down-Day-Protokoll.

Snooze und weg

Ich weiß nicht wie es euch geht aber an dieser bestimmten Art von Tagen schon fängt es ja schon in der Früh an: Wenn der Wecker klingelt und ich ihn überhaupt höre, (es sind wunderlicherweise auch genau jene Tage, an denen ich fast immer verpenne…) öffne ich mit dem Gefühl die Augen: „Wie? Die Nacht ist schon vorbei? Aber ich bin doch gerade eingeschlafen?“ Gefühlt hat mich ein Lastwagen überrollt und ich benötige dringend Streichhölzer um die Augen auch nur irgendwie zu öffnen. Lustlos greife ich zum Handy für meine Morgenroutine, die Meditation, was sich in dem Moment einfach nur anstrengend und völlig ad absurdum anfühlt. Dennoch halte ich die 10 Minuten durch ohne nochmal einzuschlafen und schleppe mich ins Bad. Für eine ausgiebige Dusche ist keine Zeit, weil ich natürlich die Snooze-Funktion meines Weckers bis zuletzt ausgereizt habe, dann noch Meditation und man kann sich vorstellen, dass ich noch sage und schreibe 30 Minuten Zeit habe bis ich meine Homeoffice Position einnehmen soll. Eigentlich ist der Tag gefühlt jetzt schon im Eimer und so Ende ich heute natürlich im Schlabberlook vorm PC. Selbst zum Müllrausbringen reicht das nicht. Gut, im Notfall vielleicht.

Arbeiten im Nebel

Ich sitze also jetzt mit Leggings, Uralt-Kapuzensweater und Socken in den Birkenstocks vor meinem Laptop, schaufele mein Müsli in mich hinein und trinke hintereinander drei Tassen Kaffee. Prost! Es ist mittlerweile gerade einmal 9 Uhr und ich fühle mich als wäre ich bereits auf halber Strecke zum Mount Everest im Schneesturm und dicken Nebelschwaden verloren gegangen. Meine Kraft reicht gerade mal für „Arbeiten nach Vorschrift“: Mail kommt rein, durchlesen, antworten, verschieben. Nächste. Dazwischen starre ich in die Luft und das war’s. Der allwöchentliche JourFixe mit Team und Chef gegen 10 Uhr rettet mich etwas aus meiner Apathie weil ich ab und an angesprochen werde. Meinen Einsatz verpasse ich dennoch einmal. Nach einer Stunde, einem weiteren Kaffee später und der besagten Telko, in der ich irgendwie anwesend war, starre ich wieder so vor mich hin. Plötzlich kommt mir eine Idee: Ich könnte die beiden Spiegel aus Flur und Schlafzimmer tauschen, würde sicher cooler aussehen! Von diesem Geistesblitz getroffen hält mich also nichts und niemand mehr davon ab meine Mittagspause damit zu verbringen Nägel aus der Wand zu ziehen und neue reinzuschlagen, die Spiegel umzuhängen, nur um danach festzustellen, dass es vorher auch nicht so schlecht aussah. Mist und jetzt sind da auch noch diese unschönen Löcher in der Wand. Meine kurz zurückgewonnene Motivation löst sich im Nirvana auf und ich schlurfe wieder zu meinem Homeoffice aka Küchentisch. Wird das heute noch irgendwie besser? Anstatt die Reste von gestern zu essen überfällt mich urplötzlich eine unbändige Sushi-Lust und ich schwinge mich, meinem zweiten tollen Einfall heute folgend, für den Rest meiner Mittagspause auf mein Fahrrad um im Supermarkt auf Sushijagd zu gehen. Mission Sushi accomplished! Zwischenfazit: Erster Erfolg des Tages! Jetzt kann es nur bergauf gehen wie ich finde.

Meine Rettung: Der Baumarkt.

Mein Gefühl von Nebelschwaden, die mich seit heute Morgen umhüllen, meinen Blick trüben und mich irgendwie so schwebend und ohne jegliche Bodenhaftung durch den Vormittag begleitet haben, lichten sich nach meinem Sushi ein wenig. Das ist gut, denn einige Aufgaben erfordern nun wirklich etwas Konzentration. Ich versuche mein Glück mit einer Spotify-Playlist namens „Maximale Konzentration“ und verbuche meine zweite Glücksbohne des Tages: Es hilft, ich arbeite gute 3 Stunden am Stück meine To-Dos ab. Wenn ich mir überlege wie ich in diesen Tag gestartet bin, freue ich mich über mein Auftauchen aus dem Nebel am Nachmittag. Kurz vor Feierabend kommt mir, dass ich die unschönen Löcher überpinseln sollte. Aber leider, leider ist natürlich keine weiße Wandfarbe mehr im Gartenhäuschen auffindbar. Aber jetzt kommt’s: Mir fällt ein, dass ab heute die Baumärkte wieder offen sind! Ich jauchze vor Glückseligkeit (hey, das ist an solchen Tagen wirklich ein Grund) und schreibe mir gleich eine EInkaufsliste für den Baumarkt: Wandfarbe, zwei neue Blumen weil zwei alte verreckt, Blumenerde (kann man immer brauchen) und Parkett-Glanzpolitur. Warum auch nicht? Mir ist just in diesem Augenblick aufgefallen, dass der Boden irgendwie so glanzlos aussieht. Restlos begeistert von meinen kreativen Einfällen trotz Down-Tag düse ich zum Baumarkt. Diese glorreiche Idee haben selbstverständlich noch ein paar andere Menschen nach gefühlten 5 Wochen Baumarkt-Verzicht. Macht mir nix aus, heute kann mich nichts mehr bremsen denn ich habe meine Feierabendziele klar vor Augen:

Löcher zuspachteln, streichen und neue Blumen arrangieren.
Klasse, nicht?

Nach getaner Arbeit sitze ich nun zufrieden wieder an meinem Küchentisch aka Homeoffice und betrachte mein Werk: Löcher weg, Blumen hübsch arrangiert! Stimmung: Nebel hat sich aufgelöst, Sonne blinzelt durch die Wolken.

Fazit des Tages

Down-Tage sind unangenehm keine Frage, insbesondere wenn man in Zeiten wie dieser alleine mit sich im Homeoffice verbringt und irgendwie erstmal hilflos und blöd aus der Wäsche guckt. Man ist so auf sich selbst zurückgeworfen. Aber was wirklich hilft ist tatsächlich: Den Fokus auf völlig andere Dinge zu richten, auch wenn sie noch so komisch wirken. Denn in dem Moment, in welchem ich ein Loch in der Wand zuspachtele und mir zwei neue Blumen kaufe tue ich

1. Was Produktives und
2. gönne mir was, das gut tut.

Und so wird aus einem Tag, der in dickstem Nebel startet, doch noch einer, der sich gegen Ende ganz okay anfühlt. Das reicht doch eigentlich für heute.

Habt es fein!

Song of the day:

2 Kommentare zu „Hey, heute ist wieder einer der verdammten Tage…

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