Lesestoff – die 8 besten Bücher für Sinnsuchende

Es gibt Bücher, die man im Laufe der Jahre und Jahrzehnte liest, welche einen aufgrund von Sprache oder Story so beeindrucken, dass sie lange in einem nachhallen. Die sind schon einmal wichtig. Aber dann gibt es auch noch solche, die berühren – so ganz tief drinnen. Das sind diejenigen, die Erkenntnisse schenken, die man vorher noch nicht hatte, oder einen in einer aktuellen Lebenssituation abholen, in der man gefühlt in einer Sackgasse steckt und nicht weiterkommt. Im besten Fall inspirieren sie einen so sehr, dass man es wagt den ersten Schritt in eine neue Richtung zu gehen. Hier nun all meine liebsten Bücher, die einen in der eigenen Selbstfindung und Sinnsuche viele wertvolle Erkenntnisse bereit halten.

1. Faust – Johann Wolfgang on Goethe

Goethe Faust mit einer Einleitung von Max von Boehn. Berlin im Askanischen  Verlag Carl Albert Kindle 1924, Titelseite | Buch klassiker, Faust goethe, Goethes  faust

Mit Faust fing alles an. Meine Leidenschaft für Literatur aber gleichzeitig auch die Erkenntnis, dass Goethe ein Genie war. Zumindest für mich. Mit Faust hat er einen Protagonisten erschaffen, der so verzweifelt von seiner inneren Zerrissenheit ist weil ihm weder die Wissenschaft noch der irdische Genuss Zufriedenheit zu schenken vermag. So geht er einen Pakt mit dem Teufel ein: Mit Mephisto. Er verspricht ihm seine Seele gegen einen Lebensstil, von dem Faust sich Erfüllung und Lebensglück erhofft. Dann erhält er von Mephisto einen Trank, der ihn verjüngt und dass ihm jede Frau ihm begehrenswert erscheint. So trifft er auf Gretchen, die er mit Hilfe von Mephisto für sich gewinnen will, was auch gelingt. Aber er stürzt sie ins Unglück nachdem er sie allein gelassen hat. Schwanger und am Ende begeht sie einen Mord an ihrem Kind für den sie im Gefängnis auf ihre Hinrichtung wartet. Goethe schrieb Faust über eine Zeitraum von 60 Jahren bis zum Erscheinen im Jahr 1808 (!). Für mich wird Faust immer eine besondere Bedeutung innehaben, da ich mich wohl mit 19 besondern gut mit seiner inneren Zerrissenheit identfizieren konnte. Und natürlich weil das Buch 2 Jahrhunderte später nach wie vor relevant ist wenn es ums Menschesein in seiner Ganzheit geht: Seine Triebe, seine Ziele, sein Hadern, sein Scheitern, sein Streben, sein Lieben und sein Leben.



2. Der Alchimist – Paulo Coelho

Der Alchimist

Dieses Buch ist ein absoluter Klassiker und ein großes Werk, das anhand der Geschichte des andalusischen Hirten Santiago dafür plädiert im Leben stets seinem Herzen zu folgen. Ich habe das Buch vor mindestens 13 Jahren das erste Mal gelesen und erst kürzlich wieder als Hörbuch gehört. Es ist allgemein gültig und wunderschön geschrieben. Coelhos Sprache erscheint am Anfang recht simpel, fast kindlich und märchenhaft aber die große Kunst ist, dass sich hinter seinen Worten eine universelle Bedeutung finden lässt, die einen nachhaltig berührt. Auch 13 Jahre später wieder. Zum Inhalt: Aufgrund eines wiederkehrenden Traumes, der ihm sagt, dass am Fuß der ägyptiscchen Pyramiden ein Schatz für ihn liegt, fasst der junge Schafhirte den Mut seine Heimat zu verlassen und begibt sich auf eine ungewisse Reise. Zeitweise wird er beraubt, verliert scheinbar alles, wird in der Wüste gefangen genommen. Lernt dabei aber den Alchmimisten kennen und findet seine große Liebe Fatima. In der Stille der Wüste erkennt er nicht nur, dass das Leben Prüfungen wie auch Schätze bereithält, die mit Gold nicht aufzuwiegen sind und, dass es sich immer lohnt nicht auf zugeben und dem Weg des eigenen Herzens zu folgen, so steinig dieser auch sein mag.


3. Siddhartha – Hermann Hesse

Siddhartha von Hermann Hesse - Buch | Thalia

Siddharta ist eine indische Dichtung und spielt im 6. Jahrhundert vor Christus. Es handelt von dem jungen Brahmanen Siddharta und seinem Freund Govinda. Trotz, dass er von seinem Vater den Glauben des Buddhismus und philsophische Gedanken vermittelt bekommen hat, reicht ihm das nicht und er begibt sich auf die Suche nach Atman, dem All-Einen. Hierbei durchläuft er mehrere Stadien seiner inneren Entwicklung: Vom spirituellen Leben als Asket, der Begegnung mit Buddha namens Gotama, dem materiellem Leben in der Stadt mit der Kurtisana Kamala, bis zur letzten Stufe als Fährmann auf einem Fluss, wo er die Erleuchtung findet. „In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hört auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig.“ (S. 109) Das Buch ist nich umsonst eines der meistgelesenen Werke des 20. Jahrhunderts. Es ist für mich eines der größten überhaupt und unbedingt lesenswert!


4. Der Prohpeht – Khalil Gibram

Der Prophet al-Mustafa wartet auf ein Schiff, das ihn in seine Heimat zurückbringen wird. Bevor an Board geht, bitten ihn die Einwohner der Stadt Orfalîs, ein letztes Mal zu ihnen zu sprechen: Von Liebe, Ehe, Kindern, Schmerz, Schönheit, Freiheit und vielen anderen Themen, die uns Menschen bewegen. Die Antworten des Propheten sind tiefgründige und in wundervollen Bilder beschriebene Lebensweisheiten, die wohl jeden in irgendeiner Form berühren. Ich habe dieses Buch schon oft verschenkt und zitiert wenn ich jemandem etwas besonderes mitteilen wollte. Gehört in jedes Bücherregal! Eines meiner Lieblingszitate ist dieses hier: „Dann sagte eine Frau: Sprich uns von der Freude und vom Leid. Und er antwortete: Eure Freude ist euer Leid ohne Maske. Un derselbe Brunnen, aus dem euer Lachen aufsteigt, war oft von euren Tränen gefüllt. Und wie könnte es anders sein? Je tiefer sich das Leid in euer Sein eingräbt, desto mehr Freude könnt ihr fassen…“



5. Ein Strand für meine Träume – Sergio Bambaren

Ein Strand für meine Träume - Bambaren, Sergio

Dieses wunderschöne, illustrierte Buch macht einfach Mut dem Ruf des Herzens zu folgen. Der Protagonist John, erfolgreicher aber zutiefst unglücklicher Geschäftsmann fasst den Mut loszulassen und zu verzichten. Er findet dadurch nicht nur den Strand seiner Träume sondern vor allem wahre Erfüllung im Leben. Auch wenn die Geschichte für viele eher „banal“ klingt, finde ich persönlich, dass sie so voller Poesie steckt, wie nur ganz wenige Bücher. Es schafft den Raum wieder zu träumen und sich dafür zu öffnen, was möglich ist, wenn man seinem Herzen folgt. Ich liebe es und habe es im Laufe der Jahre immer mal wieder gelesen. „Es fiel mit der Zeit immer leichter, den Strand der Träume zu erreichen. Ich hatte endlich begriffen, daß nicht die Art und Weise, wie ich dorthin gelangte, sondern der Grund, warum ich das Bedürfnis verspürte, zum Strand der Träume zu gehen, mir seine magische Welt eröffnete.“

6. Gespräche mit Gott – Neale Donald

Gespräche mit Gott - Band 1

Ich muss ja gestehen, dass ich dieses grandiose Buch erst vor einem guten halben Jahr entdeckt habe. Man sollte sich keinesfalls vom Titel abschrecken lassen, wenn man nicht im religösen Sinne an Gott glaubt. Es wird ein Gottesbild im sprituellen Sinne aufgezeigt. Ein liebender Gott ist die Essenz, ist reine Liebe, ist Energie, dem es nicht um gut und schlecht geht, der nicht verurteilt oder bestraft, sondern darum uns Menschen zu einem zufriedenden selbstbejahenden Leben zu helfen. Das Leben in seiner Fülle warhzunehmen, als Geschenk zu verstehen und sich selbst zu erfahren. Alle Bereiche des Lebens, soziale, gesellschaftliche und ethische Fragen, bis hin zum Leben nach dem Tod werden behandelt und beantwortet. Für mich war es ein Leseerlebnis, auch die Möglichkeit Gott in einer neuen, erweiterten Perspektive zu sehen. Werde ich sicher nicht zum letzten Mal gelesen haben! Beide Daumen hoch!

7. Erich Fromm – Haben und Sein

Haben oder Sein

Ich habe dieses Buch ja bereits an anderer Stelle empfohle,n aber ich muss es in dieser Aufzählung noch einmal mit anführen. Ich finde es ist eine Offenbarung es zu lesen. Es ist das letzte Werk Fromms, das vor seinem Tod erschienen ist: Im Jahre 1976. Und ja, es ist ein gesellschaftskritisches Werk, das insbesondere den Kapitalismus und die Konsumgesellschaft für Unglücklichsein und fehlende Sinnhaftigkeit verantwortlich macht. Obwohl Fromm Psychoanalytiker ist und man ein Sachbuch erwartet, trifft seine lesbare Sprache aber voll in Schwarze, so dass das Buch sich fasst wie ein Roman liest und für jeden gut verständlich ist, auch ohne psychologische Vorkenntnisse. Es gibt unfassbar viele Hintergrundinfos wie wir zu einer Haben-Gesellschaft geworden sind und dies ja auch heute noch sind. Dem gegenüber steht die Möglichkeit einer Existenz des Seins, einem Leben, in dem man zu sich selbst kommt, innere Aktivität entwickelt und seine eigenen Fähigkeiten produktiv einsetzt. Weg von Konsum und Selbstentfremdung durch einen Fokus im Außen, hin zu Zentrierung und dem Gefühl von Sinnhaftigkeit. Absolute Leseempfehlung!

8. Trotzdem Ja sagen zum Leben – Viktor Frankl

... trotzdem Ja zum Leben sagen

Der Psychologe Viktor Frankl hat während des 2. Weltkriegs drei Konzentrationslager überlebt und schreibt in seinem Buch, dass es möglich ist, auch unter den unmenschlichsten Bedingungen einen Sinn im Leben zu sehen. Seine Beobachtungen führen ihn zu der Erkenntnis, wie bereits Nietzsche erkannt hat:„Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ So hatten im Lager selbst die Menschen größere Überlebenschancen, die entweder jemanden hatten, der auf sie wartet wie Familie, Kind, Partner oder aber eine wichtige Aufgabe. Ich glaube aber, dass Frankl noch eine weitere Eigenschaft hatte, um auch danach an den schrecklichen Erfahrungen nicht zu zerbrechen: Er war in der Lage zu vergeben, sich mit seinem Schicksal zu versöhnen und war somit frei von allen Impulsen der Rache oder der Vergeltung. Das gelingt nur extrem weiterentwickelten Menschen. Einer von ihnen war beispielsweise Nelson Mandela. Auch er hat es nach 27 Jahren als politisch Gefangener geschafft, nicht als verbitterter, von Hass erfüllter oder gar gebrochener Mann in die Freiheit zu gehen – sondern als Anführer einer politischen Bewegung, der in der Lage war seinen Gegnern zu vergeben. Ein großes Buch, über eine noch größere Persönlichkeit und ein Klassiker zum Thema „Sinn des Lebens“.

Ich wünsche ganz viel Freude beim Lesen!

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