Inpspiration, Du kleine Zicke! – 5 Tipps bei Kreativitätsblockaden

Who knows where inspiration comes from.
Perhaps it arises from desperation.
Perhaps it comes from the flukes of the universe,
the kindness of muses.

Amy tan

Wie oft spüre ich in mir drin, dass es Zeit ist einen Text zu schreiben. Entweder weil mich ein Thema bereits tage- oder wochenlang immer wieder beschäftigt oder weil ich inmitten eines Gefühlschaos stecke, das sich erst sortiert wenn ich es niederschreibe. Problem: Es kommt nichts raus. Manchmal vergehen aber auch Wochen, in denen ich gefühlt das unsinspirierendste Leben lebe, das man sich nur vorstellen kann. Das ist aber nicht wahr! Denn Inspiration lauert in jeder Ecke, wenn man mit allen Sinnen offen lauscht, sieht und fühlt. Dennoch ist sie manchmal aus dem Nichts greifbar und im nächsten Moment, kurz nachdem man sich sicher ist, jetzt kommt der große Wurf aus einem raus, wieder um die nächste Ecke verschwunden. Ich meine keine Frau dieser Welt ist so zickig und launisch wie die eigene Inspiration! Deshalb folgt jetzt ein Text über diese unberechenbare Dame und wie man es schafft sie aus der Ecke zu locken!

Nummer 1: Druck raus

Inspiration und Druck schließen sich gegenseitig aus. Ich merke das immer daran, wenn ich mir in den Kopf setze jetzt sofort einen Text schreiben zu müssen. Das klappt in 99 von 100 Fällen nicht. Insbesondere wenn es sich um ein Thema handelt, das an Emotionen gekoppelt ist. Ich rede nicht von einem den Fakten nach recherchierter Text mit einem vorgegebenen Thema mit bereits klar definierten Themenaspekten. Zwar blockiert Druck wie Zeitdruck oder hausgemachter Erfolgsdruckk auch dann, aber wenn man sich emotionslos an Fakten entlanghangelt bekommt man noch eher etwas zusammen, als wenn man über ein sensibles, einen selbst betreffendes Thema schreiben möchte. Wie oft denke ich hin und wieder voller Bewunderung an Berufskreative wie Musiker oder Autoren, die ihre Kreativität im „normalen“ Berufsalltag ausleben und ihr Leben voll und ganz ihrer Leidenschaft widmen. Im gleichen Atemzug weiß ich genau, dass ich das niemals könnte. Nicht nur, dass Alltagsroutine oftmals der größte Kreativitätskiller ist, auch der permanente Gedanke daran, dass meine kreative Leidenschaft mir mein Dach überm Kopf und meine Brötchen finanzieren muss, erzeugt unter Umständen so einen immensen Druck, dass sich die Inspiration gleich selbst im eigenen Garten vergräbt und sich auch nicht mehr ausbuddeln lässt. Egal wie sehr man sich auch abmüht. Denn in der Mühe liegt der Tod jeglicher Inspiration. Ich würde wetten, dass jeder Berufskreative immer mal wieder Phasen hat, in welchen einfach gar nichts geht. Dann doch lieber einen „Brotjob“ und die kreative Leidenschaft als Hobby bzw. nebenbei ausüben. Dann hängt zumindest nicht davon ab ob man sich sein Dach über dem Kopf auch im nächsten Monat noch leisten kann.

Nummer 2: Inspirationsquellen suchen

Wenn mich was inspiriert dann sind es andere kreative Menschen, Orte mit hohen Decken, Austausch mit besonderen Menschen. Insbesondere in Corona-Zeiten, in welche beispielsweise Museumsbesuche hohe Decken!) nicht möglich waren und auch momentan noch eher eingeschränkt Freude bringen, suche ich mir digitale Inspiration. Wie oft bin ich dabei über Menschen, Ideen und tolle Inhalte gestolpert, und ich mir dachte: Wow, was für eine beeinruckende Persönlichkeit, was für eine Wahnsinnsidee oder welch‘ berührende Worte. Klar, gibt es auch Tage, an denen gefühlt alle anderen mit scheinbar göttlich gegebener Inspiration gesegnet sind und man sich selbst ultraklein fühlt aber die gehen auch wieder vorüber. Ich denke, dass man eher daran lernt und wächst wenn man sich Inspirationsvorbilder sucht, die man bewundert für das was sie Erschaffen. In welcher Form auch immer. Für mich, die das geschriebene Wort so liebt, sind dies natürlich oft Autoren aber es gibt auch Menschen, aus ganz anderen Bereichen, die ich wahnsinnig inspirierend finde. Denen folge ich dann beispielsweise auf Instagram für eine tägliche Dosis Inspiration meiner persönlichen „Heroes of Inspiration“. Momentan sind es folgende tolle Frauen: Susanne Kaloff @susekaloff, die mich mit ihren Worten unter ihren Instagrambeiträgen so sehr berührt und oftmals einfach nur zum Lächeln bringt. Hut ab vor so einer Wahnsinsfrau! Elizabeth Gilbert @elizabeth_gilbert_writer, die jeder vermutlich in erster Linie durch ihren Roman „Eat, Pray, Love“ kennt. Sie hat aber noch weitere so tolle Bücher geschrieben hat und darüber hinaus eine dermaßen authentische, tolle und inspirierende Frau ist, dass es wirklich eine Freude ist, ihr zu folgen. Übrigens ist Big Magic der ultimative Buchtipp zum Thema Inspiration und Kreativität! Annalynne McCord @theannalynnemccord: Sie habe ich durch ein Interview auf YouTube (unbedingt anschauen!) entdeckt. Man will sie vielleicht im ersten Moment in eine Hollywood-Starlet-Schublade stecken aber die Frau ist wirklich unglaublich beeindruckend. Nicht nur weil sie sich mit ganzer Kraft gegen Kindessmissbrauch bzw. Menschenhandel einsetzt. Das sind nur drei meiner aktuellen Favourites, die mich wirklich inspirieren! Ich komme alleine beim Schreiben richtig ins Schwärmen 😉 Zu guter Letzt bringen mich Menschen, die mir Nahe stehen und mit denen ich diesen ganz bestimmten, tiefen und oftmals inspirierenden Austausch habe auf Themen, die mich dann nicht mehr loslassen. Das sind diese Gespräche, die das Leben für mich auch ausmachen. Sie fließen wie von selbst und man fühlt sich danach irgendwie so beseelt und dankbar, dass es oftmals nicht mehr braucht um wahre Inspiration zu finden. Die Texte, die in meinem Fall daraus entstehen, sind oftmals die, die mir am meisten bedeuten. Weil sie in einem besonderen Moment des Austauschs entstanden sind.

Nummer 3: Routine durchbrechen

Wenn man sich durch Alltagsverpflichtungen und zu viele TO-DOs mal wieder selbst in ein gefühltes Hamsterrad manövriert hat, merkt man es oft erst dann wenn man schon wie eine Irre im Kreis rennt. Oder eben daran, dass die Inspiration gänzlich fehlt. Der Alltag ist dröge und leidenschaftslos. Es sind auch die Tage oder Wochen, in welchen man sich am Weitesten von sich selbst entfernt fühlt. Bei mir ist das in jedem Fall so. Auch nur ein Wort zu schreiben nahezu unmöglich. Wie komme ich da raus? Manchmal gar nicht. Manchmal indem ich mich selbst daran erinnere, dass das Leben mehr ist als tagein tagaus das Gleiche zu tun, zu denken, zu fühlen. Raus aus der Reaktivität, rein ins bewusst aktive Leben lautet dann die Devise. Für mich persönlich manchmal die allergrößte Herausforderung weil mir in diesen Zeiten auch keine wirklichen Ideen kommen wie ich mal eben meine Alltagsroutine durchbrechen könnte. Aktuell steht bei mir zum Beispiel Folgendes bevor: Nachdem ich meine gesamte Kindheit paddelnd im Kayak verbracht habe und seit längerem schon ein derart großes Bedürfnis habe endlich mal wieder zu paddeln, klappt es endlich an diesem Wochenende! Man kann sich vorstellen, dass ich mich ziemlich freue! Auch mal wieder Achterbahn zu fahren spukt mir seit Wochen im Kopf rum. Leider ist dies erst einmal coronabedingt verschoben aber wenn ich nur daran denke kribbelt es in meinem Po. Diese Art von Aktiviäten mache auch ich gefühlt viel zu selten aber es sind die, die uns aus der Alltagsroutine herauskatapultieren, uns lebendig fühlen lassen und die eine wahre Quelle der Inspiration darstellen. Ich bin sicher, dass diese allzu zickige Dame namens Inspiration morgen durchaus gerne mit mir zusammen im Kayak über den Starnberger See paddeln wird.

Nummer 4: Kopf leer pusten

Das klingt immer so abgedroschen und durchgekaut wenn man zum x-ten Mal gesagt bekommt, dass Sport den Kopf freibläst. Aber es ist einfach die Wahrheit. Die einzige Herausforderung ist meiner Meinung nach herauszufinden, was für einen persönlich am besten funktioniert. Einigen hilft es sich im Fitnessstudio von einem Drill-Instructor anschreien und so richtig quälen zu lassen. Wieder andere, deren Element vielleicht das Wasser ist, müssen einfach untertauchen und der Kopf ist leer und der Dritte geht in die Stille und meditiert, joggt alleine seine Kilometer runter oder tritt in die Pedale seines Bikes bis die Beine brennen. Der Kopf ist dafür aber frei, die blockierenden Gedanken weg. Das wie ist wirklich zweitrangig, wichtig ist nur, dass es wirkt. Das tut es aber nur dann, wenn man die eine oder mehrere Aktivitäten für sich gefunden hat, die den individuellen Bedürfnissen entsprechen.

Nummer 5: Wenn alles nichts hilft

Es gibt so einen schönen Fachbegriff aus der Psychologie, der nennt sich: Radikale Akzeptanz. Manchmal geht und hilft einfach nichts. Die Inspiration ist tot, die eigene kreative Quelle erschöpft. Sich deswegen aufzuregen, auf den Kopf zu stellen, gegen Wände zu schlagen oder Geschirr zu zerdeppern mag zwar Energie freisetzen aber vermutlich versteckt sich die Inspiration dann gerade hinter der Tür und lacht einen schallend aus. Sie denkt einfach nicht daran herauszukommen. Ich weiß, dass einen dieses Gefühl fast wahnsinnig machen kann weil man sich dreht und wendet aber wirklicht nichts auch nur im Ansatz helfen will. Sobald das innere Aufbäumen langsam aber sicher verpufft, gib‘ in diesem Moment einfach auf und akzeptiere es, wie es ist. Lass es gut sein! Hör auf zu schreiben, zu musizieren, zu töpfern, zu malen oder für was auch immer du so sehnlichst deine Inspiration vermisst. Radikale Akzeptanz ist ein Konzept für Situationen, die man einfach selbst nicht beeinflussen kann. Gegen die man sich innerlich wehrt weil man sie einfach so nicht haben möchte. Problem: So lange man innerlich kämpft und sich dagegen wehrt, dass man trotz aller Versuche gerade in der schlimmsten Schreibblockade seines Lebens steckt, dann verstärkt der innere Widerstand diese Blockade eher noch, als dass es sie auflöst. Dieser innere Shift in der eigenen Haltung ist wahrlich oftmals alles andere als leicht aber auch wenn die Inspiration selbst dann noch immer auf sich warten lässt, fühlt man sich definitiv zumindest einmal befreit. Der Druck ist dann weg. Und wie wir weiter oben gesehen haben mögen sich Druck und Inspiratation nicht sonderlich gerne. In diesem Sinne: Let it all go with the flow 😉 Die Inspiration ist einfach eine Zicke. Daran ist nichts zu ändern. Nehmen wir es hin und sind dankbar für die Momente, in denen sie uns mit ihrer Anwesenheit die Ehre erweist!

Der Buchtipp für mehr Inspiration im Leben: Big Magic von Elizabeth Gilbert

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