Sturm im Außen, Stille im innen

In diesen Tagen dreht sich die Welt mal wieder viel zu schnell für mich. Ich habe das Gefühl vor lauter To Dos nicht mehr Herr meiner Sinne zu sein. An solchen Tagen zentriert in der eigenen Mitte zu bleiben ist wahrlich eine Herausforderung – nicht nur für mich. Das gelingt mal besser mal schlechter. Aber eins habe ich gelernt: Stick to your routines and change your focus.

Vikos, Telkos, Mailflut und dazwischen ich. Ich fühle mich innerlich gehetzt, unfokussiert, in einem Wort: Beschissen.

Aber von vorne: Meine Morgen-Meditation läuft auf Hochtouren während Oskar der Kater auf mir rumtrampelt. Ist natürlich so semioptimal aber ich lasse ihn und konzentriere mich auf Deepak Chopra. Der rettet mich mit seiner 21-Tage Meditationsjourney gerade durch die Endturbulenzen dieses Jahres. Teils im Homeoffice, teils im Büro fällt es mir in diesen Tagen wahnsinnig schwer irgendwie abzuschalten. Auch während der Meditation schweifen meine Gedanken permanent zu allem, nur nicht zu meinem Mantra. Einatmen SAT, ausatmen NAM: Die Wahrheit mein Name. Dein Wort in Gottes Ohren, Deepak. Nachdem ich mich aus dem Bett gewälzt, geduscht und im Bademantel in die Küche schlurfe, leitet mich mein innerer Kompass automatisch gen Kaffemaschine. Während ich warte bis die Tasse voll ist, wird mir klar, dass ich gerade mal zwei Wochen durchgehalten habe in der Früh zuerst heißes Wasser mit Zitrone zu trinken. Da der Kaffee schon läuft lasse ich es auch heute sein. Zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass ich aber jeden morgen fleißig meditiere – also mehr oder weniger. Routinen sind wichtig, habe ich gelernt!

In der Arbeit wartet eine 3h Videokonferenz auf mich, die ich an sich ganz gut meistere, auch wenn mich über die riesigen Leinwände gefühlt 25 Köpfe aus dem Homeoffice zugeschaltet, anstarren. Ich mache das Beste daraus, obwohl es mir danach für diesen Tag schon reicht. Nach weiteren 4h Mails im Akkord und zig Telefonaten flüchte ich in den Feierabend, schmeiße meine Tasche ins Eck und renne weiter in den Wald. Irgendwie muss doch dieser Kopf für heute leer zu kriegen sein! Die Ameisen in meinem Po geben aber auch nach meiner Waldrunde und ultraheißer Dusche noch immer keine Ruhe. An manchen Tagen treibt mich diese innere Getriebenheit fast in den Wahnsinn.

Also setze ich mich jetzt auf die Yogamatte. Noch eine Meditation kann wohl nicht schaden. Manchmal glaube ich, ich versuche so krampfhaft mich zu entspannen, dass jeder verzweifelte Versuch schon wieder in Aktionismus umschlägt. Aber was anderes fällt mir gerade nicht ein. Es ist zu kalt draußen um den Garten umzugraben. Ist auch nicht wirklich meine Lieblingsbeschäftigung. Würde ich aber machen wenn ich wüsste, dass es mich entspannt.

Was aber mittlerweile definitiv verifizieren kann ist, dass mich das letzte Jahr, in welchem ich mich für Spiritualität, Meditation und neuen Aspekten das Leben und die Welt zu sehen geöffnet habe, in jedem Fall weiter gebracht hat. Ich hatte hier das erste Mal davon berichtet wie ich mich dem Thema Spiritualtiät anfänglich annähere aber noch nicht weiß was ich davon halten soll. Die Vorstellung, dass alles eins ist, wir alle miteinander verbunden sind und sowieso nur Energie, die pausenlos schwingt, ist irgendwie tröstlich. Ich habe das Gefühl, es schafft eine weitere Säule bzw. positive Ressource im Leben auf welche man in stürmischen Zeiten wie diesen zurückgreifen kann. Egal was auch immer im Außen passiert. Konzentriere dich auf den Atem, es katapultiert dich sofort in den gegenwärtigen Moment. Just breathe. Sonst nichts. Freilich ist es Übung, natürlich kostet es Zeit, aber die ist gut investiert – in einen selbst. Und ja, es gibt auch oft Tage an denen man keinen Zugang findet, die Gedanken dennoch schweifen und man trotzdem eine riesengroße Wut im Bauch mit sich rumträgt, gestresst oder traurig ist. Dann ist es einem gleich, dass wir erst durch die Geburt vom All-Eins getrennt wurden und in einer Welt der Dualität gestrandet sind, in der es eben Tag und Nacht, gut und schlecht, glücklich und traurig gibt. Aber am Ende des Tages ist auch dieser Gedanke wieder tröstlich, denn die Gesetze der Welt sind nun mal wie sie sind. Nimm es hin und entspanne dich oder kämpfe dagegen und sei ein frustiertes Nervenwrack. Also ich will mich wirklich einfach nur noch zurücklehnen und entspannen. So! Schlechte Gefühle? Kommt alles her zu mir, ich heiße euch willkommen. Denn wisst ihr was? Ihr seid endlich. Feelings come, feelings go. Noch so eine Weltenregel, die mir ziemlich taugt.

Übrigens versuche ich jetzt an Tagen, an welchen mir die Aufgaben im Job über den Kopf wachsen folgendes: Ich konzentriere mich auf die Zeit vor der Arbeit, überlege was ich in der Mittagspause essen möchte und denke immer mal wieder daran was ich mit meinem Abend anfangen will. Die Stresszeit, ist also die Zeit zwischen der eigentlichen Zeit. In der ich es mir gut gehen lasse, mich selbst gut behandle und Dinge tue, dich ich gerne mag. Ich weiß das klingt nicht wie der heilige Grahl aber ich glaube es kann helfen den Fokus von Stress auf Entspannung zu lenken. Es hat mein Leben ebenfalls bereichert als ich endlich bewusst den Fokus von Außen nach Innen gelenkt habe, den Fokus von Stress auf Entspannung zu richten kann also nicht wirklich falsch sein.

Somit kann die nächste tiefenentspannte Arbeitswoche kommen aber jetzt erst einmal: Wochenende! 🙂

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