#Hinterfragt:“Moderne“ Spiritualität – Worth the hype?

Ich war und bin niemals sonderlich religiös, spirituell, esotherisch oder sonst irgendetwas gewesen. In meinem Pass stand zwar bis vor wenigen Jahren römisch-katholisch und so bin ich auch getauft bzw. erzogen aber im Grunde finde ich kaum eine Institution so dermaßen antiquiriert wie die katholische Kirche und seine Vertreter im Vatikan. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass sich die katholische Kirche durch ihre Verbortheit hinsichtlich Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Sexualität und dem sich Öffnen unserer modernen Gesellschaft, ihr eigenes Grab schaufelt. Nicht heute und nicht morgen aber perspektivisch schon. Je mehr jüngere Generationen nachkommen, desto weniger hat diese Weltanschauung im Entferntesten etwas mit der Lebensrealität junger Menschen zu tun. Das einzige was die meisten davon noch mitbekommen ist, dass irgendwie Weihnachten und Ostern dort ihren Ursprung haben und im negativen Sinne, wenn erneut ein Missbrauchsskandal endlich an die Öffentlichkeit findet und von der Presse ausgeschlachtet wird. Die meist verharmlosenden Statements irgendwelcher Bischöfe tun ihr übriges dazu. Transparenz und Glaubwürdigkeit kennt man in diesen Gefilden offensichtlich nicht. Sie sind aber essentiell für ein Überleben jeglicher Glaubensintitutionen, Unternehmen und Dienstleistungen in der heutigen Zeit. Wir leben in einer mündigen Gesellschaft, die sich in aller Regel nicht mehr gerne für dumm verkaufen lässt, zumal jede Information nur einen Klick entfernt ist.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Trotz meiner nicht vorhandenen Religiosität und meines Lebensgrundsatzes „Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst“ sowie einer diffusen Gewissheit, dass es mehr geben muss zwischen Himmel und Erde, habe ich nie mehr Energie in dieses Thema investiert. Das war schon irgendwie ok so. Und das obwohl ich schon seit Lebzeiten eine Suchende bin, innerlich und äußerlich. Rückblickend muss ich auch sagen, dass ich immer nach wenigen Jahren in einem bestimmten Job, ausser die persönliche und finanzielle Situation war ohnehin sch…, immer und immer wieder an den Punkt gekommen bin, an welchem mir folgendes fehlte: Sinnhaftigkeit. Spätestens wenn sich nach einigen Jahren eine normale Form der Routine entwickelt denke ich: Und das soll es jetzt gewesen sein? Ich stelle mir augenblicklich vor wie ich die nächsten 20 Jahre auf ein und demselben Stuhl sitze und mich Tag ein und aus mit der gleichen Materie (ok es gibt im Marketing auch immer mal neue Projekte) beschäftige. Diese Vorstellung erzeugt in mir eine dermaßen große Beklemmung, dass ich sofort einen Fluchtimpuls entwickle. Bloß weg hier. Dass dies aber nicht die Lösung sein kann erkennt man sogleich: Ich war in Mini-Agenturen, großen Agenturen, mittelständischen Unternehmen, einem Start-Up, einem Verlag und nun in einem öffentlichen Träger, der ganz nah an einem großen Automobilkonzern hängt. Noch Fragen? Das einzige was mir fehlt ist ein gemeinnnütziger Verein und ein internationaler Techkonzern. Das wird meine Situation aber nicht verändern, so viel weiß ich mitterlweile auch schon. Also was tun wenn man sich selbst nicht über Jobs oder Kinderkriegen oder einen Partner definiert / definieren möchte und jetzt auch kein begnadeter Pianist ist, dessen Sinn im Leben das Klavier ist? Sondern „normale“ Hobbies hat, viel liest, gerne reist und bestrebt ist sich ständig weiterzuentwickeln? Man denkt sich irgendwann: Diese Sinnhaftigkeit kann irgendwie nicht von außen kommen, sondern könnte eventuell im Innern zu finden sein! Ich möchte betonen, dass ich bis dato mehrfach Meditation im Hinblick auf einen Zustand des inneren Friedens und Balance versucht habe, leider bin ich grandios gescheitert. Eher gewinne ich noch einen Wettbewerb im „Wer kann die meisten Gedanken innerhalb von 10 Minuten denken“ ;-).

Soweit so gut. Durch meine kürzlich entfachte Spotify-Podcast-Sucht, bleibe ich nach dem irre guten „Zeit-Verbrechen“-Podcast bei einer Dame namens Laura Malina Seiler hängen, die sich in erster Linie mit persönlicher Weiterentwicklung aber auch Spiritualität befasst. Dass diese Frau gerade irre erfolgreich, wenn man so will „der Star“ dieser boomenden Szene ist, war mir natürlich nicht klar. Jedenfalls schaffe ich es mit ihren Meditationen (die wirklich gut sind), das erste Mal in meinem Leben zu meditieren und, was soll ich sagen, ich bleibe dabei.

Dieses war der erste Streich. Und so höre und klicke ich mich durch die Welt dieser Frau Seiler und muss gestehen, dass sich das für mich alles relativ stimmig anfühlt. Sie verkauft ihr Thema selbstverständlich auch extrem gut, nichts desto trotz, merke ich wie sich in mir etwas zu bewegen beginnt. Nicht nur deswegen weil ich nach wie vor jeden Morgen seit gut 3 Monaten täglich 15 Minuten meditiere! Yes, Strike :-).

Der nächste Schritt vollzieht sich aktuell: Ich lese wie eine Besessene alles, was mir zu dem Thema über den Weg läuft, ach ja und ich schreibe. Denn das ist wenn man so will überhaupt der Clou an der ganzen Story. Wie, dass ich schreibe? Si!

Rückblende: Ich sitze im Flieger nach Andalusien und in meinem Kopf beschäftige ich mich mit der Theorie „Deine innere Welt, erschafft deine äußere. Die Gedanken, die du manifestierst, erschaffen deine Realität.“ Laut Frau Seiler soll ich also meine Gedanken und Wünsche manifestieren, am besten in dem ich sie aufschreibe und zusätzlich darüber meditiere. Klingt erstmal irgendwie, naja nicht so neu, aber ich dachte im Flieger so bei mir: Ok, was will ich wirklich in meinem Leben? Was will ich da manifestieren? Und so schreibe ich in mein digitales Büchlein folgende Zeilen:

„Ich schreibe Worte, die bleiben. Worte, die die Zeit überdauern und Menschen dabei helfen und unterstützen ihr Leben zu leben.“

Ich gebe zu es klingt ein wenig nach Pathos. Ich hatte diesen Eintrag auch längst wieder vergessen, bis er mir letzte Woche während ich hier schon saß und wie verrückt neue Artikel schrieb, wieder auffiel.

Mein erster Gedanke war: WTF…? Das ist unmöglich. Ich meine ich habe fast 10 JAHRE kein einziges Wort geschrieben!? Das musste ich erstmal verdauen. Ich bin auch jetzt, noch eine Woche danach nicht sicher was ich davon halten soll. Ich meine ist das möglich? Da ich ein Fuchs bin habe ich es jetzt mit ein, zwei anderen „Manifestationen“ noch einmal versucht um das Erlebte sozusagen zu verifizieren. Vermutlich funktioniert es jetzt genau deswegen nicht mehr. Oder doch?

Letzten Endes war die Eingangsfrage: Moderne Spiritualität – Worth the hype? Ich denke, ich muss die Beantwortung der Frage noch ein wenig verschieben, zumal ich erst am Anfang dieses Prozesses stehe. Was ich aber definitiv schon einmal festhalten kann: Es tut mir aktuell sehr gut! Es erfüllt mich und es macht Spass, sich damit zu beschäftigen. Ob ich jetzt zum nächsten spirituellen Guru aufsteige sei mal dahin gestellt aber wenn es mir neue Horizonte eröffnet und neue Erfahrungen beschert, ggfs. schon bereits verloren geglaubte Ressourcen wiederschenkt, will ich mal sagen: It`s all worth it! Und es ist selbstverständlich immer eine subjektive Sache. Was für den einen der Buddhismus, für die anderen die Engelskärtchen, für wieder andere Meditation, Yoga oder was auch immer sein mag, hauptsache ist doch es fühlt sich innen gut und richtig an.

To be continued…

Einstiegs“droge“ in Buchform

Gespräche mit Gott von Neale Donald. Must Read!

Eine Meditation, die für mich funktioniert:

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